Ein feuchter Fleck unter dem Heizkörper oder Tropfen an der Verschraubung: Handeln Sie zügig, aber ohne Hektik. In den allermeisten Fällen ist nicht der Heizkörper selbst defekt, sondern eine Verbindung.
Sofortmaßnahmen
- Auffangen. Eimer, Handtücher und Folie unter die Stelle. Auch kleine Tropfmengen richten über Tage Schaden am Boden an.
- Heizkörper absperren, falls möglich: Thermostatventil ganz zudrehen und die Rücklaufverschraubung schließen. Damit ist der Heizkörper vom Kreislauf getrennt und der Druck fällt.
- Bei starkem Austritt die Anlage abschalten und den Druck ablassen. Vorgehen im Beitrag zum Heizungswasser ablassen und nachfüllen.
- Anlagendruck beobachten. Fällt er weiter, tritt weiterhin Wasser aus — dann ist die Absperrung nicht dicht oder das Leck liegt woanders.
- Fotografieren. Für Versicherung und Handwerker hilfreich.
Bei größeren Austritten und wenn Sie den Zulauf nicht sicher absperren können, rufen Sie den Notdienst. Wasserschäden werden schnell teurer als jede Handwerkerrechnung.
Wo das Leck meist sitzt
| Stelle | Typische Ursache | Reparierbar |
|---|---|---|
| Verschraubung am Ventil | Dichtung gealtert, Verbindung gelockert | ja, einfach |
| Rücklaufverschraubung | Flachdichtung gesetzt | ja, einfach |
| Entlüftungsventil | nicht ganz geschlossen, Dichtung defekt | ja, sehr einfach |
| Ventilstopfbuchse | Verschleiß am Ventilstift | meist ja |
| Heizkörperkörper selbst | Durchrostung von innen | nein |
Verschraubung nachziehen — der erste Versuch
Tropft es an einer Überwurfmutter, ziehen Sie sie vorsichtig nach. Wenig Kraft, kleine Schritte — eine Sechstelumdrehung, dann beobachten. Zu festes Anziehen quetscht die Dichtung endgültig kaputt und verschlimmert das Problem.
Hilft das nicht, muss die Verbindung geöffnet und neu abgedichtet werden. Bei Flachdichtungen genügt ein neuer Dichtring, bei konischen Gewinden neuer Hanf. Die Vorgehensweise steht ausführlich im Beitrag zum Abdichten von Anschlüssen. Voraussetzung: Der Heizkörper ist sicher abgesperrt oder die Anlage entleert.
Entlüftungsventil
Die harmloseste Ursache. Häufig wurde nach dem Entlüften nicht fest genug zugedreht. Vorsichtig nachziehen — mit dem Vierkantschlüssel, nicht mit der Zange. Tropft es weiterhin, ist die Dichtung im Ventil defekt; ein neues Entlüftungsventil kostet wenig und lässt sich bei abgesperrtem, druckentlastetem Heizkörper tauschen.
Wenn der Heizkörper selbst durchgerostet ist
Rostpunkte, die von innen kommen, oder Nässe mitten auf der Fläche statt an einer Verbindung: Dann ist der Heizkörper am Ende. Schweißen oder Löten ist bei modernen Stahlheizkörpern nicht praktikabel — die Wandstärke ist dafür zu gering und an einer Stelle durchgerostetes Material ist meist großflächig geschwächt.
Die Ursache ist fast immer Sauerstoffeintrag durch häufiges Nachfüllen. Wenn Ihr Heizkörper durchgerostet ist, prüfen Sie deshalb, warum der Anlagendruck ständig fiel — sonst trifft es den nächsten Heizkörper genauso.
Für den Ersatz sind Austauschheizkörper die einfachste Lösung: Sie übernehmen gängige Altmaße ohne Rohrumbau. Wie Sie messen, steht im Beitrag zum Ausmessen vor der Bestellung.
Provisorien — was hilft und was nicht
- Rohrschelle mit Dichtmanschette: als kurzfristige Überbrückung bei kleinen Undichtigkeiten an Rohren brauchbar, bis der Handwerker kommt.
- Dichtmittel ins Heizungswasser: Davon ist abzuraten. Es kann Ventile, Pumpen und Wärmetauscher zusetzen und richtet oft mehr Schaden an als das Leck.
- Klebeband oder Dichtmasse von außen: hält dem Betriebsdruck nicht stand.
Versicherung
Schäden durch austretendes Leitungswasser sind in der Regel über die Gebäude- beziehungsweise Hausratversicherung abgedeckt. Melden Sie den Schaden zügig, dokumentieren Sie ihn mit Fotos und heben Sie das defekte Bauteil auf. Der Schaden am Heizkörper selbst ist oft nicht mitversichert — die Folgeschäden an Boden und Wand meist schon.
Kurz gefasst
Auffangen, absperren, Druck beobachten. Die Ursache sitzt fast immer an einer Verschraubung und ist reparierbar. Nässe mitten auf der Fläche bedeutet dagegen Durchrostung — dann hilft nur der Austausch, und die Ursache im Anlagenwasser muss mit behoben werden.