Beim Heizkörpertausch entscheidet die Abdichtung darüber, ob die Arbeit hält oder in zwei Wochen ein feuchter Fleck unter dem Ventil steht. Die Auswahl ist überschaubar — man muss nur wissen, welches Mittel zu welchem Gewinde gehört.
Erst den Gewindetyp bestimmen
Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Verbindungen:
- Konisch dichtende Gewinde. Das Gewinde selbst dichtet, es verjüngt sich leicht. Hier braucht es ein Dichtmittel im Gewinde — Hanf oder PTFE.
- Flachdichtende Verschraubungen. Die Dichtung erfolgt über einen Dichtring zwischen zwei planen Flächen. Hier gehört kein Hanf ins Gewinde.
Erkennungsmerkmal: Bei flachdichtenden Verbindungen sitzt eine Überwurfmutter mit einem Gummi- oder Faserring. Bei konischen Gewinden wird direkt eingeschraubt.
Hanf mit Dichtmittel
Der Klassiker im Heizungsbau und weiterhin die zuverlässigste Lösung für konische Gewinde. Hanf quillt bei Kontakt mit Wasser leicht auf und dichtet dadurch dauerhaft.
So wird gewickelt:
- Gewinde säubern, alte Reste vollständig entfernen.
- Hanf gegen die Einschraubrichtung auflegen — bei Rechtsgewinde also entgegen dem Uhrzeigersinn, von vorne betrachtet. Wickelt man in Einschraubrichtung, schiebt sich der Hanf beim Eindrehen zusammen.
- In den ersten Gewindegang einlegen und gleichmäßig auffüllen, leicht kegelig nach hinten dicker werdend.
- Dichtmittel (Dichtpaste) dünn über den Hanf verteilen. Es schmiert beim Einschrauben und verhindert das Austrocknen.
- Einschrauben und festziehen. Der Widerstand nimmt gleichmäßig zu — auf Position ausrichten, nicht zurückdrehen.
Wichtigste Regel: Nie zurückdrehen. Wenn Sie über die gewünschte Position hinausschrauben, muss die Verbindung komplett geöffnet, der Hanf entfernt und neu gewickelt werden. Beim Zurückdrehen entsteht sonst ein Kanal, durch den es später tropft.
PTFE-Band (Teflon)
Sauberer in der Handhabung, aber weniger fehlertolerant als Hanf.
- Ebenfalls gegen die Einschraubrichtung wickeln.
- Etwa 10 bis 15 Lagen bei den im Heizungsbau üblichen Dimensionen — deutlich mehr, als die meisten vermuten.
- Straff ziehen, sodass sich das Gewinde durchdrückt.
- Gut geeignet an engen Stellen, an denen sich Hanf schlecht auflegen lässt.
PTFE verzeiht ein leichtes Nachziehen, aber ebenfalls kein Zurückdrehen.
Flachdichtungen
Bei Überwurfverschraubungen — etwa an Hahnblöcken und Rücklaufverschraubungen — liegt eine Flachdichtung bei. Hier gilt:
- Immer die neue Dichtung verwenden, auch wenn die alte intakt aussieht.
- Dichtflächen säubern, keine Riefen oder Grate.
- Handfest anziehen und dann mit dem Schlüssel nur leicht nachziehen. Zu festes Anziehen quetscht die Dichtung und verursacht genau das Leck, das man vermeiden wollte.
- Kein Hanf zusätzlich. Er verhindert das plane Aufliegen.
Die häufigsten Fehler
- Zurückdrehen zum Ausrichten. Ursache Nummer eins für spätere Tropfstellen.
- Zu wenig PTFE-Band. Drei Lagen dichten nicht.
- Hanf bei flachdichtenden Verbindungen. Verhindert das Aufliegen der Dichtung.
- Alte Dichtungen weiterverwenden. Sie sind gesetzt und dichten nicht mehr sauber.
- Zu fest anziehen. Besonders bei Messing- und Kunststoffteilen.
Nach der Montage
Befüllen Sie langsam und beobachten Sie jede Verbindung. Ein Küchenpapier unter der Verschraubung zeigt kleinste Undichtigkeiten zuverlässig — es verfärbt sich, bevor Sie einen Tropfen sehen. Prüfen Sie nach 24 Stunden und noch einmal nach einer Woche, wenn die Anlage mehrfach warm und kalt war.
Zum Befüllen und Entlüften siehe Heizungswasser ablassen und nachfüllen sowie die Anleitung zum Entlüften. Wenn es doch tropft: Heizkörper undicht — was tun.
Kurz gefasst
Konisches Gewinde bekommt Hanf mit Paste oder reichlich PTFE, flachdichtende Verschraubungen eine neue Flachdichtung und sonst nichts. Immer gegen die Einschraubrichtung wickeln, nie zurückdrehen. Passende Ventile, Hahnblöcke und Dichtmittel finden Sie unter Zubehör.