Wird Ihr Heizkörper nicht mehr richtig warm oder gluckert er? Dann ist es Zeit zum Heizkörper entlüften. Luft im Heizkreislauf verhindert, dass das warme Wasser gleichmäßig zirkuliert, und führt zu erhöhtem Energieverbrauch. Mit unserer detaillierten Anleitung haben Sie das Problem in wenigen Minuten behoben und sparen langfristig Heizkosten.
Warum muss man Heizkörper entlüften?
Luft gelangt auf verschiedenen Wegen in den Heizkreislauf: beim Nachfüllen von Heizungswasser, durch undichte Ventile, über Mikrorisse in Dichtungen oder durch chemische Prozesse im Wasser. Die Luftblasen sammeln sich im oberen Bereich des Heizkörpers und blockieren die Wasserzirkulation. Das Ergebnis: Der Heizkörper wird oben kalt, während er unten noch warm ist. Ein nicht entlüfteter Heizkörper verbraucht bis zu 15 Prozent mehr Energie, da die Heizungsanlage stärker arbeiten muss, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen.
Typische Anzeichen für Luft im Heizkörper
Bevor Sie zum Entlüftungsschlüssel greifen, sollten Sie prüfen, ob tatsächlich Luft im System ist. Folgende Anzeichen sprechen dafür:
- Gluckergeräusche: Hörbare Blubber- oder Gluckergeräusche im Heizkörper deuten auf Luftblasen hin, die durch das strömende Wasser bewegt werden.
- Ungleichmäßige Wärmeverteilung: Der Heizkörper ist im oberen Bereich deutlich kühler als unten – ein klassisches Zeichen für Lufteinschlüsse.
- Heizkörper wird gar nicht warm: Bei größeren Luftansammlungen kann der gesamte Heizkörper kalt bleiben, obwohl das Thermostat aufgedreht ist.
- Längere Aufheizzeit: Der Heizkörper braucht deutlich länger als gewohnt, um die Betriebstemperatur zu erreichen.
- Druckverlust an der Anlage: Fällt der Wasserdruck am Manometer regelmäßig ab, kann Luft im System die Ursache sein.
Was Sie zum Entlüften benötigen
- Entlüftungsschlüssel (im Baumarkt für unter 2 Euro erhältlich, alternativ eine Kombizange)
- Ein kleines Gefäß oder Becher mit mindestens 200 ml Fassungsvermögen
- Einen Lappen oder ein Handtuch zum Auffangen von Spritzwasser
- Optional: Handschuhe als Schutz vor heißem Wasser
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Heizkörper richtig entlüften
Schritt 1: Heizung voll aufdrehen
Drehen Sie den Thermostat auf die höchste Stufe (Stufe 5) und lassen Sie den Heizkörper etwa 30 Minuten laufen. So sammelt sich die Luft zuverlässig im oberen Bereich des Heizkörpers, wo sich das Entlüftungsventil befindet. Stellen Sie sicher, dass alle Heizkörper in der Wohnung aufgedreht sind, damit das System gleichmäßig durchströmt wird.
Schritt 2: Umwälzpumpe ausschalten
Falls möglich, schalten Sie die Umwälzpumpe an der Heizungsanlage aus. So kann sich die Luft besser absetzen und wird nicht durch die Zirkulation im System verteilt. Warten Sie weitere 30 Minuten, bis sich die Luftblasen vollständig gesammelt haben. In Mehrfamilienhäusern ist die Umwälzpumpe oft im Keller zugänglich – fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Vermieter oder die Hausverwaltung.
Schritt 3: Entlüftungsventil vorsichtig öffnen
Halten Sie das Gefäß direkt unter das Entlüftungsventil (seitlich oben am Heizkörper). Legen Sie den Lappen um das Ventil, um Spritzwasser aufzufangen. Öffnen Sie das Ventil vorsichtig mit dem Entlüftungsschlüssel – eine viertel bis halbe Drehung gegen den Uhrzeigersinn genügt. Drehen Sie niemals das Ventil komplett heraus, da sonst unkontrolliert Wasser austreten kann.
Schritt 4: Luft vollständig entweichen lassen
Sie hören ein deutliches Zischen – das ist die entweichende Luft. Halten Sie das Ventil offen, bis nur noch Wasser kommt, ohne Luftblasen. Dies kann wenige Sekunden dauern, bei stark entlüftungsbedürftigen Systemen aber auch bis zu einer Minute. Achtung: Das austretende Wasser kann sehr heiß sein! Tragen Sie bei Bedarf Handschuhe und halten Sie das Auffanggefäß stets bereit.
Schritt 5: Ventil schließen und Wasserdruck prüfen
Schließen Sie das Ventil wieder fest im Uhrzeigersinn, sobald nur noch Wasser ohne Luft austritt. Überdrehen Sie das Ventil nicht, da es sonst beschädigt werden kann. Prüfen Sie anschließend den Wasserdruck am Manometer Ihrer Heizungsanlage. Der optimale Druck liegt zwischen 1,0 und 1,5 bar bei Einfamilienhäusern, bei Mehrfamilienhäusern kann er bis zu 2,0 bar betragen. Füllen Sie bei Bedarf über den KFE-Hahn (Kessel-Füll- und Entleerungshahn) Wasser nach.
Die richtige Reihenfolge beim Entlüften mehrerer Heizkörper
Wenn Sie mehrere Heizkörper entlüften müssen, beginnen Sie immer mit dem Heizkörper, der am weitesten von der Heizungsanlage entfernt ist, und arbeiten Sie sich zur Anlage hin vor. In einem Mehrfamilienhaus starten Sie im obersten Stockwerk und arbeiten nach unten. So stellen Sie sicher, dass die Luft systematisch aus dem gesamten Heizsystem entfernt wird und sich nicht erneut in bereits entlüfteten Heizkörpern sammelt.
Wie oft sollte man Heizkörper entlüften?
Wir empfehlen, alle Heizkörper mindestens einmal pro Jahr zu entlüften – idealerweise vor Beginn der Heizperiode im September oder Oktober. So stellen Sie sicher, dass Ihre Heizung vom ersten Tag an effizient arbeitet. Wenn Sie häufig Luft im System bemerken, könnte ein undichtes Ventil oder eine defekte Dichtung die Ursache sein. In diesem Fall empfehlen wir den Austausch durch ein neues Thermostatventil-Set von Bad Wärme24.
Entlüften bei verschiedenen Heizkörper-Typen
Bei Badheizkörpern wie dem Hera Handtuchheizkörper befindet sich das Entlüftungsventil meist oben seitlich. Achten Sie bei Handtuchwärmern darauf, dass keine Handtücher das Ventil blockieren, und legen Sie ein Tuch unter den Heizkörper.
Bei Flachheizkörpern und Wohnraumheizkörpern finden Sie das Ventil ebenfalls an der Oberseite. Vertikale Heizkörper haben es am oberen Ende – hier benötigen Sie möglicherweise eine Leiter oder einen Hocker.
Bei elektrischen Badheizkörpern, die mit einem Heizstab betrieben werden, ist Entlüften ebenfalls wichtig – insbesondere nach dem erstmaligen Befüllen mit Thermoflüssigkeit. Lesen Sie hierzu auch unseren Ratgeber zum Thema Heizstab: Funktion und ECO-Modus.
Troubleshooting: Was tun, wenn Entlüften nicht hilft?
Wenn der Heizkörper nach dem Entlüften immer noch nicht richtig warm wird, können folgende Ursachen vorliegen:
- Verstopftes Thermostatventil: Kalkablagerungen oder Schmutz im Ventil können den Wasserfluss blockieren. Versuchen Sie, den Ventilstift vorsichtig mit einer Zange zu lösen, oder tauschen Sie das Thermostatventil aus.
- Fehlender hydraulischer Abgleich: Ohne hydraulischen Abgleich werden manche Heizkörper bevorzugt durchströmt, während andere unterversorgt bleiben. Ein Fachbetrieb kann den Abgleich durchführen.
- Zu niedriger Wasserdruck: Prüfen Sie den Druck am Manometer und füllen Sie bei Bedarf Heizungswasser nach.
- Defekte Umwälzpumpe: Wenn die Pumpe nicht richtig arbeitet, erreicht zu wenig Warmwasser den Heizkörper.
- Verschlammtes Heizsystem: Bei alten Heizungsanlagen können sich Schlammablagerungen bilden, die die Zirkulation behindern. Eine professionelle Spülung kann hier Abhilfe schaffen.
Häufig gestellte Fragen zum Heizkörper entlüften
Kann man Heizkörper bei laufender Heizung entlüften?
Ja, grundsätzlich ist das möglich. Für ein optimales Ergebnis empfehlen wir jedoch, die Umwälzpumpe vorher auszuschalten, damit sich die Luft besser an einer Stelle sammelt. Bei laufender Pumpe kann es länger dauern, bis alle Luftblasen entwichen sind.
Muss man nach dem Entlüften Wasser nachfüllen?
In den meisten Fällen ja. Durch das Entlüften geht eine kleine Menge Heizungswasser verloren, und der Systemdruck kann unter den Sollwert absinken. Prüfen Sie das Manometer und füllen Sie über den KFE-Hahn nach, bis der Druck wieder im optimalen Bereich von 1,0 bis 1,5 bar liegt.
Wie erkenne ich, ob mein Heizkörper ein Entlüftungsventil hat?
Fast alle modernen Heizkörper haben ein Entlüftungsventil. Es befindet sich typischerweise oben an der Seite und ist an einer kleinen Schraube mit Vierkant oder Schlitz erkennbar. Sämtliche Badheizkörper von Bad Wärme24 werden serienmmäßig mit Entlüftungsstopfen geliefert.
Was kostet es, Heizkörper professionell entlüften zu lassen?
Das Entlüften ist eine einfache Wartungsarbeit, die Sie problemlos selbst durchführen können. Falls Sie dennoch einen Fachbetrieb beauftragen, rechnen Sie mit circa 50 bis 100 Euro für die Entlüftung aller Heizkörper im Haushalt inklusive Anfahrt.
Fazit: Regelmäßig entlüften spart Energie und Geld
Regelmäßiges Entlüften sorgt für gleichmäßige Wärme und spart Heizkosten – denn ein entlüfteter Heizkörper arbeitet deutlich effizienter. Alle unsere Badheizkörper bei Bad Wärme24 sind TÜV-geprüft, werden mit Entlüftungsstopfen geliefert und kommen mit 5 Jahren Garantie sowie kostenlosem Versand zu Ihnen nach Hause. Entdecken Sie jetzt unser Sortiment an Badheizkörpern und Wohnraumheizkörpern und heizen Sie effizient und komfortabel.