Heizstab nachrüsten: die richtige Leistung wählen

Heizstab nachruesten: die richtige Leistung waehlen

Der Heizstab ist das wirksamste Nachrüstteil im Bad. Er verwandelt einen wassergeführten Heizkörper in ein Gerät, das auch außerhalb der Heizperiode warme Handtücher liefert — ohne dass die Zentralheizung dafür anspringen muss. Der häufigste Fehler dabei: die falsche Leistung.

Die Leistung richtet sich nach dem Heizkörper

Das ist der entscheidende Unterschied zu einem elektrischen Heizkörper. Bei einem Elektromodell wählen Sie die Leistung nach der Heizlast des Raums. Beim Heizstab dagegen wählen Sie sie nach dem Wasserinhalt und der Fläche des Heizkörpers.

Der Grund: Der Heizstab erwärmt das Wasser im Heizkörper. Ist er zu stark für das vorhandene Volumen, schaltet der Thermostat ständig ab und wieder ein, das Wasser überhitzt lokal und die Regelung wird unruhig. Ist er zu schwach, wird der Heizkörper nie richtig warm.

Richtwerte nach Heizkörpergröße

Heizkörper (Höhe × Breite) Typischer Wasserinhalt Heizstab
bis 800 × 500 mm ca. 3 – 5 l 300 W
1200 × 500 mm ca. 5 – 7 l 400 – 600 W
1500 × 500 mm ca. 7 – 9 l 600 – 800 W
1800 × 600 mm ca. 9 – 12 l 800 – 1000 W
doppellagig, groß über 12 l 1000 – 1200 W

Diese Werte sind Richtwerte. Maßgeblich ist immer die Herstellerangabe zu Ihrem konkreten Heizkörper — dort steht, welche Heizstableistung zulässig ist. Im Zweifel die kleinere Variante wählen: Ein etwas schwächerer Heizstab braucht länger, richtet aber keinen Schaden an.

Zwei Betriebsarten unterscheiden

Rein elektrisch

Der Heizkörper wird vom Heizkreis getrennt, komplett mit Wärmeträgerflüssigkeit gefüllt und ausschließlich über den Heizstab betrieben. Sinnvoll dort, wo kein Heizungsanschluss vorhanden ist. Beachten Sie: Hier wird nicht Wasser, sondern eine spezielle Thermoflüssigkeit eingefüllt. Details in unserem Beitrag zum Befüllen mit Thermoflüssigkeit.

Dualbetrieb (Mischbetrieb)

Der Heizkörper bleibt an der Zentralheizung und bekommt zusätzlich einen Heizstab. Im Winter läuft er über die Heizung, im Sommer elektrisch. Dafür brauchen Sie ein T-Stück-Set, das den Heizstab in den Rücklauf einbindet. Modelle, die dafür vorbereitet sind, finden Sie unter Dualbetrieb; die Funktionsweise erklärt der Beitrag zum Mischbetrieb.

Worauf Sie beim Kauf achten

  1. Gewinde. Üblich ist 1/2 Zoll. Prüfen Sie die Angabe Ihres Heizkörpers.
  2. Einbaulänge. Der Heizstab muss ins Innere passen, ohne gegenüberliegend anzustoßen.
  3. Thermostat und Regelung. Einfache Modelle haben einen Drehregler, komfortablere eine Wochenzeitschaltung oder Timer. Details im Beitrag zu Thermostat-Programmen.
  4. Trockengehschutz. Ein Muss — er schaltet ab, wenn der Heizkörper nicht ausreichend gefüllt ist.
  5. Schutzart. Für den Einsatz im Bad relevant, siehe Schutzbereiche im Bad.

Einbau

Beim Dualbetrieb ist der Einbau mit Eingriff ins wasserführende System verbunden: Heizkörper absperren, entleeren, Blindstopfen entfernen, Heizstab mit passender Dichtung einschrauben, befüllen, entlüften. Wie Sie dabei vorgehen, steht in den Beiträgen zum Heizungswasser ablassen und nachfüllen und zum Abdichten von Anschlüssen.

Den elektrischen Anschluss übernimmt bei Festanschluss die Elektrofachkraft — Näheres im Beitrag zum Anschließen elektrischer Heizkörper.

Was der Betrieb kostet

Ein 600-Watt-Heizstab, der täglich zwei Stunden läuft, verbraucht rund 1,2 kWh pro Tag. Über die Sommermonate summiert sich das spürbar — bleibt aber deutlich günstiger, als die Zentralheizung für ein einzelnes Handtuch anzuwerfen. Ihre konkreten Kosten rechnet der Heizkosten-Rechner aus.

Kurz gefasst

Wählen Sie die Heizstableistung nach dem Heizkörper, nicht nach dem Raum, und halten Sie sich an die Herstellerfreigabe. Für den Dualbetrieb brauchen Sie zusätzlich ein T-Stück-Set. Im Zweifel lieber eine Nummer kleiner.