Ratgeber zum Heizkostensparen gibt es viele, und die meisten beginnen mit dem Hinweis, Vorhänge nicht über den Heizkörper zu hängen. Das stimmt zwar, ist aber nicht der große Hebel. Diese Liste ist nach tatsächlicher Wirkung sortiert.
1. Vorlauftemperatur senken
Der wirksamste Eingriff überhaupt. Jedes Grad weniger spart rund 2,5 % Energie. In vielen Bestandsanlagen sind 5 bis 10 K Absenkung möglich, ohne dass es irgendwo kälter wird. Aufwand: gering, Einstellung an der Regelung. Anleitung im Beitrag zur Heizkurve.
2. Hydraulischer Abgleich
Die Voraussetzung für Punkt 1. Ohne gleichmäßige Verteilung muss die Anlage für den schwächsten Heizkörper hochfahren. Bringt selbst mehrere Prozent und macht die Absenkung überhaupt erst möglich. Aufwand: mittel, teils förderfähig. Siehe hydraulischer Abgleich.
3. Raumtemperatur um ein Grad reduzieren
Ein Grad weniger Raumtemperatur spart etwa 6 % Heizenergie — der größte Einzelposten, den Sie ohne Werkzeug erreichen. Voraussetzung ist, dass es behaglich bleibt: In gut gedämmten Räumen mit warmen Wandoberflächen empfindet man 20 °C angenehmer als in einem Altbau mit kalten Außenwänden.
4. Räume differenziert temperieren
Nicht jeder Raum braucht 22 °C. Schlafzimmer 16 bis 18 °C, Flur 15 bis 18 °C, Bad 24 °C. Wichtig: Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen geschlossen halten und keinen Raum ganz auskühlen lassen — sonst drohen Feuchteschäden. Details im Beitrag zum Schlafzimmer.
5. Umwälzpumpe prüfen
Alte, ungeregelte Pumpen laufen dauerhaft auf voller Leistung und verbrauchen erhebliche Strommengen. Eine Hocheffizienzpumpe amortisiert sich meist innerhalb weniger Jahre. Prüfen Sie außerdem, ob die vorhandene Pumpe unnötig hoch eingestellt ist — das erkennen Sie oft am Rauschen in den Ventilen.
6. Zu kleine Heizkörper ersetzen
Ein einzelner unterdimensionierter Heizkörper zwingt die gesamte Anlage zu hoher Vorlauftemperatur. Der gezielte Tausch in ein bis drei Räumen erlaubt die dauerhafte Absenkung im ganzen Haus. Welche Räume betroffen sind, ermitteln Sie mit dem Wärmepumpen-Check — die Rechnung gilt auch für Gas- und Ölheizungen. Passende Modelle unter Austauschheizkörper.
7. Heizkörpernische dämmen
In Altbauten ist die Wand hinter dem Heizkörper oft deutlich dünner als der Rest der Außenwand. Eine Dämmplatte oder Reflexionsfolie dahinter ist eine der wenigen Maßnahmen mit gutem Verhältnis von Aufwand zu Wirkung — sie kostet wenig und ist in einer Stunde erledigt.
8. Rollladenkästen und Fensterdichtungen abdichten
Rollladenkästen sind eine der größten unbemerkten Schwachstellen im Altbau. Alte Fensterdichtungen werden hart und undicht. Beides lässt sich mit einfachen Mitteln beheben.
9. Richtig lüften
Stoßlüften statt Dauerkippen. Ein gekipptes Fenster kühlt die Laibung aus und tauscht kaum Luft — es kostet über die Heizperiode erhebliche Mengen. Beim Stoßlüften die Thermostate zurückdrehen, sonst heizt der Heizkörper gegen das offene Fenster an.
10. Heizkörper freihalten
Der Klassiker — richtig, aber am Ende der Liste, weil der Effekt kleiner ist als oft dargestellt. Ein zugestelltes oder verhängtes Modell verliert je nach Situation 10 bis 20 % Leistung. Das ist relevant, aber weniger als die Punkte darüber.
Die Reihenfolge, die sich lohnt
| Maßnahme | Aufwand | Wirkung |
|---|---|---|
| Raumtemperatur −1 K | keiner | hoch |
| Vorlauftemperatur senken | gering | sehr hoch |
| Nische dämmen | gering | mittel |
| Hydraulischer Abgleich | mittel | hoch |
| Heizkörper tauschen | mittel | hoch (indirekt) |
| Pumpe erneuern | mittel | mittel (Strom) |
Kurz gefasst
Beginnen Sie oben: Raumtemperatur, Vorlauftemperatur, Abgleich. Diese drei bringen mehr als alle klassischen Spartipps zusammen. Der Heizkörpertausch ist dabei kein Selbstzweck, sondern das Mittel, um die Vorlauftemperatur dauerhaft senken zu können. Was Ihre Räume brauchen, ermittelt der Heizlastrechner.