Heizkörper im Dachgeschoss: Lösungen für Schrägen

Heizkoerper im Dachgeschoss: Loesungen fuer Schraegen

Das ausgebaute Dachgeschoss ist heizungstechnisch der schwierigste Raum im Haus. Es hat den höchsten spezifischen Wärmeverlust, weil fast die gesamte Hüllfläche nach außen zeigt — und es hat die wenigsten geraden Wände, an die sich ein Heizkörper hängen ließe.

Warum die Heizlast höher liegt als gedacht

In einem normalen Geschoss grenzen Wohnräume oben und unten an beheizte Bereiche. Im Dachgeschoss ist das anders: Dachflächen, Kehlbalkendecke, Gauben und Dachfenster gehören alle zur Außenhülle.

Dazu kommen zwei typische Schwachstellen:

  • Dachfenster haben durchweg schlechtere Dämmwerte als Fassadenfenster und liegen ungünstig — die Kaltluft fällt direkt in den Raum.
  • Der Kniestock ist häufig schwächer gedämmt als die Dachfläche, weil dort nachträglich ausgebaut wurde.

Rechnen Sie im Dachgeschoss deshalb eher mit dem oberen Rand der üblichen Werte. Bei nachträglich ausgebauten Dächern ohne vollständige Dämmung sind 90 bis 120 W/m² realistisch. Den Ausgangswert liefert Ihnen der Heizlastrechner; korrigieren Sie ihn nach oben, wenn viele Dachfenster vorhanden sind.

Die verfügbaren Flächen

Kniestockwand

Die häufigste Lösung. Die niedrige Wand zwischen Boden und Dachschräge ist meist 80 bis 130 cm hoch. Dorthin passen flache, breite Heizkörper mit geringer Bauhöhe — es gibt Modelle ab etwa 30 cm Höhe, die dafür in der Länge Leistung sammeln.

Wichtig: Halten Sie nach oben Abstand zur Schräge. Staut sich die warme Luft direkt unter dem Dach, geht Leistung verloren.

Giebelwand

Wenn Ihr Dachgeschoss eine gerade Giebelwand hat, ist das die beste Fläche im Raum. Hier können Sie auch höhere oder vertikale Modelle einsetzen. Nachteil: Die Giebelwand liegt oft nicht dort, wo die größten Wärmeverluste entstehen.

Unter der Gaube

Gauben schaffen einen kleinen Bereich mit voller Raumhöhe. Der Wandabschnitt unter dem Gaubenfenster ist meist frei und liegt genau an der kältesten Stelle — bauphysikalisch der ideale Ort.

Zwischen den Sparren

Nicht empfehlenswert. Heizkörper in Schrägen-Nischen sind schwer zu montieren, kaum zu reinigen und geben ihre Wärme in einen Bereich ab, in dem sich ohnehin die wärmste Luft sammelt.

Bauformen, die sich bewährt haben

  • Flache horizontale Plattenheizkörper mit 30 bis 50 cm Bauhöhe und großer Länge — die Standardlösung für den Kniestock.
  • Mehrlagige Ausführungen (Typ 22 oder 33), weil die Höhe begrenzt ist und die Leistung über die Tiefe kommen muss. Details im Vergleich der Heizkörpertypen.
  • Handtuchheizkörper im Dachbad, sofern die Höhe reicht — sonst schmale, niedrige Modelle aus unserer Auswahl schmaler Badheizkörper.

Passende Wohnraummodelle finden Sie unter Wohnraumheizkörper.

Das Sommerproblem nicht vergessen

Dachgeschosse heizen sich im Sommer stark auf. Das hat mit dem Heizkörper nichts zu tun, beeinflusst aber die Nutzung: Wer im Dachgeschoss ein Bad hat, braucht dort im Winter zuverlässig Wärme und im Sommer gar keine. Ein Modell im Dualbetrieb mit Heizstab ist deshalb im Dachbad besonders sinnvoll — im Sommer läuft nur der Heizstab für warme Handtücher, ohne dass die Zentralheizung anspringen muss.

Wenn nachträglich ausgebaut wird

Bei einem Dachausbau werden die Heizungsleitungen ohnehin neu verlegt. Nutzen Sie den Moment und legen Sie die Anschlüsse dorthin, wo Sie den Heizkörper wirklich haben wollen — unter die Gaube oder an die kälteste Kniestockwand. Nachträglich ist das ungleich aufwendiger.

Falls Sie nur einen vorhandenen Heizkörper ersetzen und die Anschlussmaße erhalten müssen, sind Austauschheizkörper die einfachste Lösung. Wie Sie die Maße korrekt aufnehmen, steht im Beitrag zum Ausmessen vor der Bestellung.

Kurz gefasst

Setzen Sie die Heizlast im Dachgeschoss großzügig an, nutzen Sie Kniestock und Gaube statt der Schrägen und wählen Sie flache, mehrlagige Bauformen. Halten Sie nach oben Luft — sonst arbeitet der Heizkörper gegen die eigene Schräge.