Auf jedem Plattenheizkörper steht eine zweistellige Zahl: Typ 11, 21, 22, 33. Sie wirkt kryptisch, ist aber die nützlichste Angabe überhaupt — denn sie beschreibt exakt den inneren Aufbau und damit die Leistung.
Wie die Typnummer zu lesen ist
Die Systematik ist einfach:
- Die erste Ziffer gibt die Anzahl der wasserführenden Platten an.
- Die zweite Ziffer gibt die Anzahl der Konvektionsbleche an — das sind die gefalteten Bleche zwischen oder hinter den Platten, die die wärmeabgebende Fläche vergrößern.
Typ 22 heißt also: zwei Platten, zwei Konvektorbleche. Typ 33: drei Platten, drei Konvektorbleche.
Die Typen im Überblick
| Typ | Aufbau | Bautiefe | Leistung (relativ) | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| 10 | 1 Platte, kein Konvektor | ca. 5 cm | niedrig | Designflächen, sichtbare Montage |
| 11 | 1 Platte, 1 Konvektor | ca. 6 – 7 cm | gering | enge Flure, kleine Räume |
| 21 | 2 Platten, 1 Konvektor | ca. 7 – 8 cm | mittel | Kompromiss aus Tiefe und Leistung |
| 22 | 2 Platten, 2 Konvektoren | ca. 10 – 11 cm | hoch | Standard im Wohnraum |
| 33 | 3 Platten, 3 Konvektoren | ca. 15 – 17 cm | sehr hoch | Wärmepumpe, große Heizlast |
Zur Größenordnung: Bei identischen Außenmaßen von 60 × 100 cm liefert ein Typ 11 etwa 900 Watt, ein Typ 22 rund 1.800 Watt und ein Typ 33 etwa 2.500 Watt Normleistung. Der Heizkörper wird nur tiefer, nicht breiter oder höher.
Warum das bei Wärmepumpen entscheidend ist
Bei 45 °C Vorlauf gibt ein Heizkörper nur rund 35 % seiner Nennleistung ab. Ein Typ 11 mit 900 Watt liefert dann noch etwa 315 Watt — zu wenig für die meisten Räume. Derselbe Wandabschnitt mit einem Typ 33 bringt rund 875 Watt.
Das ist der Grund, warum beim Umstieg auf eine Wärmepumpe so oft nur die Bautiefe getauscht werden muss, nicht die gesamte Wandbelegung. Was Sie in Ihrem Raum brauchen, rechnet der Wärmepumpen-Check aus.
Wo die Grenzen liegen
Mehr Lagen sind nicht immer besser:
- Bautiefe. Ein Typ 33 ragt rund 16 cm in den Raum. In schmalen Fluren oder hinter Türen ist das zu viel.
- Strahlungsanteil. Je mehr Konvektorbleche, desto stärker dominiert die Luftwärme. Der als angenehm empfundene Strahlungsanteil sinkt. In Räumen mit langer Aufenthaltsdauer bevorzugen viele deshalb Typ 21 oder 22 statt 33.
- Reinigung. Drei Lagen Konvektorbleche sind schwerer sauber zu bekommen — relevant in Küche und Allergikerhaushalten. Tipps dazu im Beitrag zum Reinigen und Pflegen.
- Wasserinhalt und Trägheit. Mehr Platten bedeuten mehr Wasser und damit langsamere Reaktion auf Regelung.
Woran Sie den Typ am Bestandsheizkörper erkennen
- Typenschild suchen. Meist seitlich oder an der Rückseite, oft mit Typ, Höhe und Länge.
- Von oben hineinschauen. Sie sehen die Anzahl der Platten und der gefalteten Bleche dazwischen direkt.
- Bautiefe messen. 6 cm deuten auf Typ 11, 10 cm auf Typ 22, 16 cm auf Typ 33.
Was die Typnummer nicht sagt
Sie sagt nichts über die absolute Leistung — dafür brauchen Sie zusätzlich Höhe und Länge. Ein kleiner Typ 33 kann schwächer sein als ein großer Typ 11. Maßgeblich ist immer die Normleistung im Datenblatt bei 75/65/20 °C. Wie Sie die richtig lesen, steht in unserem Beitrag zum Datenblatt.
Und Designheizkörper?
Bei Bad- und Designheizkörpern gilt die Typnummerierung nicht. Dort finden Sie stattdessen Angaben wie „einlagig" und „doppellagig" — das Prinzip ist aber dasselbe: Mehr Lagen bedeuten mehr Leistung auf gleicher Ansichtsfläche. Unsere Badheizkörper geben die Wattleistung direkt je Größe an.
Kurz gefasst
Erste Ziffer gleich Platten, zweite gleich Konvektorbleche. Wenn Leistung fehlt und die Wand knapp ist, gehen Sie in die Tiefe statt in die Breite — bis dorthin, wo Bautiefe und Strahlungsanteil noch zum Raum passen. Passende Modelle finden Sie unter Wohnraumheizkörper.