Elektroheizkörper im Altbau nachrüsten

Elektroheizkoerper im Altbau nachruesten

Viele Altbaubäder wurden nachträglich eingebaut — in einer ehemaligen Kammer, unter der Treppe, in einem geteilten Zimmer. Heizungsrohre liegen dort oft nicht, und sie nachzuziehen bedeutet Stemmarbeiten durch mehrere Räume. Ein elektrischer Heizkörper umgeht dieses Problem, bringt aber eigene Anforderungen mit.

Wann Elektro im Altbau die richtige Wahl ist

  • Kein Heizungsanschluss in der Nähe und keine anstehende Sanierung, bei der Rohre mitverlegt werden könnten.
  • Denkmalschutz, der Eingriffe in Wände und Decken einschränkt.
  • Mietwohnung, in der bauliche Veränderungen nicht möglich sind — siehe dazu unseren Beitrag zu Badheizkörpern in der Mietwohnung.
  • Sehr kleine oder selten genutzte Räume, bei denen sich der Aufwand nicht rechnet.
  • Ergänzung im Sommer, wenn die Zentralheizung abgeschaltet ist.

Die drei Punkte, die im Altbau zuerst geprüft werden müssen

1. Ist ein FI-Schutzschalter vorhanden?

In Gebäuden älteren Baujahrs fehlt er häufig. Für Steckdosenstromkreise in Feuchträumen ist er heute vorgeschrieben. Das Nachrüsten gehört mit in die Planung — und in das Angebot des Elektrikers.

2. Wie ist der Stromkreis abgesichert und belastet?

Altbauinstallationen haben oft wenige Stromkreise, an denen viel hängt. Ein 1.000-Watt-Heizkörper zusätzlich zu Waschmaschine und Trockner am selben Kreis führt zu Auslösungen. Prüfen lassen, bevor Sie kaufen.

3. Gibt es einen Potentialausgleich?

Metallische Rohre und Bauteile im Bad müssen einbezogen sein. Wurden alte Kupferleitungen gegen Kunststoff getauscht, kann die Verbindung unbemerkt unterbrochen sein.

Alle drei Punkte beurteilt die Elektrofachkraft in einem Ortstermin. Was Sie selbst dürfen und was nicht, steht im Beitrag zum Anschließen elektrischer Heizkörper; die Zonenregeln erklärt der Beitrag zu den Schutzbereichen im Bad.

Die Leistung großzügiger ansetzen

Altbaubäder verlieren mehr Wärme als vergleichbare Räume im Neubau:

  • Ungedämmte Außenwände, teils mit Nischen unter dem Fenster
  • Alte Fenster, oft noch einfach oder erste Isolierverglasung
  • Hohe Räume mit entsprechend großem Volumen
  • Bäder über Kellerräumen oder Durchfahrten

Rechnen Sie deshalb mit 90 bis 120 W/m² statt der 60 W/m², die im sanierten Bestand üblich sind. Bei 5 m² Badfläche landen Sie damit bei 450 bis 600 Watt — mit Zuschlag für die höhere Badtemperatur eher darüber. Den Wert für Ihre Situation liefert der Heizlastrechner.

Ein zu klein gewähltes Gerät ist im Altbau der teuerste Fehler: Es läuft dauerhaft unter Volllast, erreicht die Zieltemperatur nie und verbraucht mehr als ein richtig dimensioniertes.

Vorher: die einfachen Wärmeverluste abstellen

Bevor Sie die Heizleistung erhöhen, lohnen sich diese Maßnahmen — sie kosten wenig und wirken sofort:

  • Heizkörpernische dämmen. In vielen Altbauten ist die Wand hinter dem Heizkörper deutlich dünner als der Rest.
  • Fensterdichtungen erneuern. Alte Gummidichtungen sind oft hart und undicht.
  • Rollladenkästen abdichten — eine der größten unbemerkten Schwachstellen im Altbau.
  • Türdichtung zum kalten Flur ergänzen.

Die günstigere Alternative prüfen

Falls doch ein Heizungsanschluss im Raum liegt und nur der vorhandene Heizkörper zu schwach oder unansehnlich ist, brauchen Sie kein Elektrogerät: Ein Austauschheizkörper übernimmt gängige Altmaße ohne Rohrumbau. Ergänzt um einen Heizstab haben Sie zusätzlich den Sommerbetrieb — die Auswahl der Leistung erklärt der Beitrag zum Heizstab nachrüsten.

Diese Kombination ist im Altbau fast immer wirtschaftlicher als reine Elektrobeheizung, weil der Winterbetrieb über die Zentralheizung läuft.

Kurz gefasst

Lassen Sie FI, Absicherung und Potentialausgleich prüfen, bevor Sie bestellen. Setzen Sie die Leistung im Altbau großzügig an und dichten Sie vorher die einfachen Schwachstellen ab. Wo ein Heizungsrohr liegt, ist Austauschheizkörper plus Heizstab meist die bessere Lösung — sonst finden Sie passende Geräte unter elektrische Badheizkörper.