Vor dem neuen Heizkörper steht der Ausbau des alten. Das ist handwerklich überschaubar, hat aber zwei Fallstricke: das Wasser im Inneren und das Gewicht.
Vorbereitung
Sie brauchen: Wasserpumpenzange, Schraubenschlüssel, flache Wanne oder mehrere Eimer, alte Handtücher, Folie zum Abdecken, einen Schlauch, Vierkantschlüssel zum Entlüften und eine zweite Person.
Die zweite Person ist keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Ein Plattenheizkörper Typ 22 in 600 × 1200 mm wiegt gefüllt über 40 Kilogramm — und Restwasser bleibt fast immer drin.
Schritt für Schritt
- Heizung abschalten und abkühlen lassen. Mindestens ein bis zwei Stunden.
- Boden schützen. Folie und Handtücher großzügig auslegen. Heizungswasser ist dunkel und färbt Estrich und Holz dauerhaft.
- Heizkörper absperren. Thermostatventil ganz zudrehen. Rücklaufverschraubung mit Innensechskant oder Schlüssel schließen — bis zum Anschlag, Anzahl der Umdrehungen mitzählen und notieren, damit die Voreinstellung später rekonstruierbar ist.
- Prüfen, ob wirklich abgesperrt ist. Heizkörper muss vollständig abkühlen.
- Entleeren. Wanne unterstellen, eine Verschraubung vorsichtig lösen und Wasser ablaufen lassen. Zum Belüften das Entlüftungsventil oben öffnen — sonst läuft nichts.
- Zweite Verschraubung lösen, wenn kein Wasser mehr kommt.
- Heizkörper aus den Konsolen heben. Zu zweit, gleichmäßig anheben, nicht kippen — es ist immer noch Restwasser drin.
- Offene Rohrenden verschließen. Blindstopfen oder Kappen aufsetzen, damit nichts nachtropft und kein Schmutz eindringt.
Falls keine Absperrmöglichkeit vorhanden ist, muss der Strang oder die ganze Anlage entleert werden — Vorgehen im Beitrag zum Heizungswasser ablassen und nachfüllen.
Das Restwasser
Auch ein scheinbar leerer Heizkörper enthält noch Wasser in den unteren Kanälen. Beim Tragen läuft es heraus — meist genau dort, wo der Teppich liegt. Kippen Sie den Heizkörper draußen oder in der Wanne über einem Abfluss aus, bevor Sie ihn durch die Wohnung tragen.
Vor dem Ausbau messen — nicht danach
Der häufigste Fehler: Der alte Heizkörper ist ab, und erst dann wird der neue bestellt. Nehmen Sie die Maße auf, solange der alte noch hängt:
- Nabenabstand — Mitte zu Mitte der beiden Anschlüsse
- Bauhöhe, Baulänge, Bautiefe
- Abstand Anschluss zu Boden und Wand
- Anschlussart und Gewindegröße
- Typenschild fotografieren, falls vorhanden
Ausführlich im Beitrag zum Ausmessen vor der Bestellung. Wenn die Maße erhalten bleiben sollen, sind Austauschheizkörper die einfachste Lösung — sie sind auf gängige Altmaße ausgelegt.
Wohin mit dem alten Heizkörper?
Ein Heizkörper besteht überwiegend aus Stahl und ist damit gut recycelbar. Sie haben mehrere Wege:
| Weg | Hinweise |
|---|---|
| Wertstoffhof | Annahme als Metallschrott, meist kostenlos für Privathaushalte |
| Schrotthändler | zahlt je nach Marktlage sogar etwas aus |
| Sperrmüllabholung | je nach Kommune Metall getrennt anmelden |
| Handwerker | nimmt Altgeräte bei Montage meist mit |
Die Regelungen unterscheiden sich je nach Kommune — ein kurzer Blick auf die Seite Ihres Entsorgungsbetriebs klärt das. Nicht in den Restmüll: Metallschrott gehört in die Wertstoffverwertung, und ein Heizkörper ist dafür ohnehin zu groß.
Zur Ökobilanz und Lebensdauer von Heizkörpern siehe unseren Beitrag zu Nachhaltigkeit und Recycling.
Elektrische Heizkörper sind Elektroschrott
Geräte mit fest verbautem Heizstab und Elektronik fallen unter das Elektrogesetz und gehören zur Elektroaltgeräte-Sammlung, nicht zum Metallschrott. Auch hier nehmen Wertstoffhöfe sie an.
Kurz gefasst
Erst messen, dann absperren, dann entleeren, dann zu zweit abnehmen. Rohrenden sofort verschließen und den Voreinstellwert der Rücklaufverschraubung notieren. Das Altgerät gehört zum Metallschrott — elektrische Modelle zum Elektroschrott.