Heizkörper für Wärmepumpe: Niedertemperatur richtig planen

Heizkörper Wärmepumpe - Planheizkörper Typ 22 für Niedertemperatur-Betrieb
Heizkörper Wärmepumpe - Planheizkörper für Niedertemperatur-Heizsystem

Die Wärmepumpe ist das Heizsystem der Zukunft – doch funktionieren Ihre vorhandenen Heizkörper damit überhaupt? Wer einen Heizkörper für die Wärmepumpe sucht, muss auf Niedertemperatur-Tauglichkeit achten. In diesem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie, warum die Vorlauftemperatur entscheidend ist, welche Heizkörper sich optimal eignen, wie Sie die richtige Dimensionierung berechnen und wann ein Austausch der bestehenden Heizkörper wirklich notwendig ist.

Warum braucht die Wärmepumpe spezielle Heizkörper?

Eine Wärmepumpe arbeitet am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen zwischen 35 und 45 Grad Celsius. Zum Vergleich: Eine klassische Gas- oder Ölheizung liefert Vorlauftemperaturen von 55 bis 75 Grad. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher ist der Wirkungsgrad (COP) der Wärmepumpe – und desto geringer sind Ihre Stromkosten.

Das Problem: Bei niedrigeren Temperaturen gibt jeder Heizkörper weniger Wärme ab. Ein Niedertemperatur Heizkörper muss daher über eine größere Heizfläche verfügen, um bei 35 bis 45 Grad Vorlauf die gleiche Raumtemperatur zu erreichen wie ein konventioneller Heizkörper bei 70 Grad.

Was bedeutet die Vorlauftemperatur genau?

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das vom Wärmeerzeuger (Kessel oder Wärmepumpe) zum Heizkörper fließt. Die Rücklauftemperatur ist die Temperatur des abgekühlten Wassers, das zum Wärmeerzeuger zurückkehrt. Je größer die Differenz zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur, desto mehr Wärme hat der Heizkörper an den Raum abgegeben.

Bei einer typischen Wärmepumpen-Auslegung mit 45/35/20 (Vorlauf/Rücklauf/Raumtemperatur) beträgt die mittlere Heizkörpertemperatur nur 40 Grad – gegenüber 70 Grad bei einem alten System mit 75/65/20. Der Heizkörper muss also bei fast halber Temperatur die gleiche Wärmemenge abgeben.

Welche Heizkörper eignen sich für Wärmepumpen?

Grundsätzlich funktioniert jeder wasserführende Heizkörper auch mit einer Wärmepumpe. Entscheidend ist die Dimensionierung. Folgende Heizkörpertypen sind besonders geeignet:

Flachheizkörper Typ 22: Der Allrounder

Flachheizkörper mit zwei Heizplatten und zwei Konvektionsblechen bieten eine große Oberfläche und eignen sich hervorragend für Niedertemperatursysteme. Unser Planheizkörper Typ 22 ist ein beliebter Allrounder, der dank seiner modernen Planbauweise auch optisch überzeugt. Mehr über die verschiedenen Typen erfahren Sie in unserem Beitrag Flachheizkörper Typ 22: Heizkörper-Typen erklärt.

Typ 33: Maximale Leistung für schwierige Fälle

Für besonders hohe Anforderungen – etwa in schlecht gedämmten Altbauten oder in Räumen mit großen Fensterflächen – kann ein Typ 33 mit drei Heizplatten und drei Konvektionsblechen sinnvoll sein. Er liefert bei gleicher Baugröße rund 40 Prozent mehr Leistung als ein Typ 22.

Doppellagige Paneelheizkörper

Paneelheizkörper in doppellagiger Ausführung vereinen große Heizfläche mit modernem Design. Sie bieten damit ausreichend Leistungsreserve für den Wärmepumpenbetrieb und setzen gleichzeitig stilvolle Akzente im Wohnraum.

Heizkörper für Wärmepumpe dimensionieren

Die richtige Dimensionierung ist der Schlüssel zum effizienten Betrieb. Je nach Vorlauftemperatur Ihrer Wärmepumpe müssen Sie die Heizkörper entsprechend größer wählen:

Auslegung (VL/RL/RT) Korrekturfaktor Beispiel (Bedarf 1.000 W bei 75/65/20)
75/65/20 (konventionell) 1,0 1.000 W Normleistung
55/45/20 ca. 1,0 ca. 1.000 W Normleistung
45/35/20 ca. 1,5 ca. 1.500 W Normleistung
35/28/20 ca. 2,0 ca. 2.000 W Normleistung

In der Praxis bedeutet das: Wo bisher ein Heizkörper mit 1.000 Watt (bei 75/65/20) ausreichte, benötigen Sie bei einer Wärmepumpe mit 45/35/20 einen Heizkörper mit einer Normleistung von etwa 1.500 Watt. Das erreichen Sie entweder durch einen größeren Heizkörper desselben Typs oder durch den Wechsel auf einen leistungsstärkeren Typ (z. B. von Typ 11 auf Typ 22).

Rechenbeispiel: Wohnzimmer 25 m²

Ein Wohnzimmer mit 25 m² in einem mäßig gedämmten Altbau benötigt bei konventioneller Heizung (75/65/20) ca. 2.000 Watt. Bei einer Wärmepumpe mit 45/35/20 steigt der Bedarf auf ca. 3.000 Watt Normleistung. Das entspricht beispielsweise einem Planheizkörper Typ 22 in der Größe 600 x 2300 mm oder zwei Heizkörpern 600 x 1200 mm.

Bestehende Heizkörper prüfen: Reicht die Leistung?

Bevor Sie alle Heizkörper austauschen, sollten Sie prüfen, ob die vorhandenen Modelle nicht bereits ausreichen. Oft sind Heizkörper in Altbauten großzügig dimensioniert und liefern auch bei niedrigeren Vorlauftemperaturen genug Wärme. Ein Heizungsfachmann kann eine raumweise Berechnung durchführen.

Typische Anzeichen, dass ein Heizkörper für die Wärmepumpe zu klein ist:

  • Der Raum wird nicht mehr warm genug, obwohl der Heizkörper voll aufgedreht ist.
  • Die Wärmepumpe läuft dauerhaft auf hoher Stufe und verbraucht viel Strom.
  • Die Vorlauftemperatur muss auf über 50 Grad erhöht werden, damit es warm wird.
  • Der elektrische Heizstab der Wärmepumpe springt regelmäßig an (erkennbar am Stromzähler).

Wärmepumpe und Fußbodenheizung vs. Heizkörper

Fußbodenheizungen gelten als ideale Partner für Wärmepumpen, da sie mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen von 30-35 Grad auskommen. Doch nicht in jedem Gebäude lässt sich eine Fußbodenheizung nachrüsten. Die gute Nachricht: Richtig dimensionierte Heizkörper erreichen eine fast ebenso hohe Effizienz. Der Typ 22 mit ausreichender Fläche arbeitet bei 45 Grad Vorlauf fast genauso wirtschaftlich wie eine Fußbodenheizung – und ist deutlich günstiger in der Nachrüstung.

Tipps für die Umstellung auf eine Wärmepumpe

  • Hydraulischen Abgleich durchführen: Stellen Sie sicher, dass alle Heizkörper gleichmäßig durchströmt werden. Das ist bei Wärmepumpen besonders wichtig und seit der BEG-Förderung auch Pflicht.
  • Thermostatventile erneuern: Moderne Thermostate regeln präziser und sparen Energie. Ein Multiblock Thermostat-Set ist eine elegante Lösung.
  • Gebäudedämmung verbessern: Je besser die Dämmung, desto weniger Heizleistung wird benötigt und desto niedriger kann die Vorlauftemperatur sein.
  • Heizkurve optimieren: Lassen Sie die Heizkurve der Wärmepumpe vom Fachmann einstellen. Eine zu hohe Heizkurve verschwendet Energie.
  • Einzelne Räume nachrüsten: Oft genügt es, nur in kritischen Räumen (Bad, Wohnzimmer) einen größeren Heizkörper zu installieren. Schlafzimmer und Flure kommen oft mit den vorhandenen Heizkörpern aus.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss ich alle Heizkörper austauschen, wenn ich eine Wärmepumpe einbauen lasse?

Nein, nicht unbedingt. In vielen Fällen reichen die vorhandenen Heizkörper aus – besonders wenn sie großzügig dimensioniert sind oder das Gebäude gut gedämmt ist. Lassen Sie eine raumweise Heizlastberechnung durchführen.

Welcher Heizkörper-Typ eignet sich am besten für Wärmepumpen?

Der Typ 22 ist die beste Wahl für die meisten Anwendungen. Er bietet ein optimales Verhältnis aus Heizfläche, Bautiefe und Preis. Bei besonders hohem Wärmebedarf kann ein Typ 33 sinnvoll sein.

Wie hoch sollte die Vorlauftemperatur bei einer Wärmepumpe sein?

Ideal sind 35-45 Grad Celsius. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe und desto geringer sind die Stromkosten. Ab 55 Grad Vorlauf sinkt die Effizienz deutlich.

Kann ich Badheizkörper mit einer Wärmepumpe betreiben?

Ja. Allerdings benötigen Badezimmer eine höhere Raumtemperatur (24 Grad statt 20 Grad). Wählen Sie einen ausreichend großen Badheizkörper oder ergänzen Sie mit einem elektrischen Zusatzheizkörper für die Übergangszeit.

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