Wer einen neuen Heizkörper sucht, stößt schnell auf Bezeichnungen wie Typ 10, Typ 11, Typ 21 oder Typ 22. Doch was bedeuten diese Zahlen eigentlich? In diesem umfassenden Ratgeber erklären wir Ihnen verständlich, was hinter den Heizkörper-Typen steckt, welcher Typ sich für welchen Raum eignet und warum der Flachheizkörper Typ 22 zu den meistgekauften Modellen in Deutschland gehört. Zusätzlich erfahren Sie, wie Sie die richtige Heizleistung für Ihre Wohnsituation berechnen und worauf Sie beim Kauf achten sollten.
So lesen Sie die Heizkörper-Typenbezeichnung
Die Typennummer eines Heizkörpers besteht aus zwei Ziffern. Die erste Ziffer gibt die Anzahl der Heizplatten an, die zweite die Anzahl der Konvektionsbleche (auch Lamellen genannt). Konvektionsbleche sitzen zwischen den Heizplatten und erwärmen die durchströmende Luft zusätzlich. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass neben der Strahlungswärme auch Konvektionswärme entsteht, was die Gesamtleistung des Heizkörpers deutlich erhöht.
- Typ 10: 1 Heizplatte, 0 Konvektionsbleche – schlank, geringe Heizleistung, ideal als Zusatzheizung
- Typ 11: 1 Heizplatte, 1 Konvektionsblech – guter Kompromiss aus Tiefe und Leistung
- Typ 20: 2 Heizplatten, 0 Konvektionsbleche – hohe Strahlungswärme, geringe Konvektion, besonders staubarm
- Typ 21: 2 Heizplatten, 1 Konvektionsblech – höhere Leistung bei moderater Bautiefe
- Typ 22: 2 Heizplatten, 2 Konvektionsbleche – maximale Heizleistung bei kompakter Größe
- Typ 33: 3 Heizplatten, 3 Konvektionsbleche – höchste Leistung, aber auch am tiefsten (ca. 160 mm)
Der Sonderfall Typ 20: Strahlungswärme ohne Konvektion
Der Typ 20 wird häufig übersehen, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Da er keine Konvektionsbleche besitzt, wirbelt er deutlich weniger Staub auf als andere Typen. Das macht ihn besonders interessant für Allergiker und Räume mit hohen Hygieneanforderungen. Der Nachteil ist die geringere Gesamtleistung im Vergleich zu einem Typ 22 bei gleicher Baugröße.
Vergleichstabelle: Alle Heizkörper-Typen auf einen Blick
| Typ | Heizplatten | Konvektionsbleche | Bautiefe ca. | Leistung (600x1000mm)* | Eignung |
|---|---|---|---|---|---|
| Typ 10 | 1 | 0 | 47 mm | ca. 400 W | Gäste-WC, Flur |
| Typ 11 | 1 | 1 | 59 mm | ca. 750 W | Kleine Räume, Küche |
| Typ 20 | 2 | 0 | 66 mm | ca. 700 W | Allergiker-Räume |
| Typ 21 | 2 | 1 | 77 mm | ca. 1.000 W | Schlafzimmer, Büro |
| Typ 22 | 2 | 2 | 100 mm | ca. 1.300 W | Wohnzimmer, universell |
| Typ 33 | 3 | 3 | 157 mm | ca. 1.800 W | Große, schlecht gedämmte Räume |
*Leistung bei Normauslegung 75/65/20 (Vorlauf/Rücklauf/Raumtemperatur)
Warum ist der Flachheizkörper Typ 22 so beliebt?
Der Heizkörper Typ 22 bietet das beste Verhältnis aus Heizleistung, Bautiefe und Preis. Mit seinen zwei Heizplatten und zwei Konvektionsblechen liefert er deutlich mehr Wärme als ein Typ 11 oder Typ 21 – ohne übermäßig tief zu bauen. Genau deshalb ist er der Standardheizkörper in den meisten deutschen Haushalten und wird von Heizungsbauern am häufigsten empfohlen.
Unser Planheizkörper Typ 22 kombiniert diese bewährte Technik mit einer modernen, glatten Front. Statt der typischen Rillenabdeckung erhalten Sie eine elegante Oberfläche, die sich leicht reinigen lässt und zu jedem Wohnstil passt. Alle unsere Planheizkörper sind TÜV-geprüft und werden mit 5 Jahren Garantie sowie kostenlosem Versand geliefert.
Heizleistung im Vergleich
Ein Beispiel verdeutlicht die Unterschiede: Ein Heizkörper mit den Maßen 600 x 1000 mm liefert je nach Typ folgende Leistungen (bei Normauslegung 75/65/20):
- Typ 11: ca. 750 Watt
- Typ 21: ca. 1.000 Watt
- Typ 22: ca. 1.300 Watt
- Typ 33: ca. 1.800 Watt
Der Typ 22 bietet also rund 70 Prozent mehr Leistung als ein Typ 11 – bei nur geringfügig größerer Einbautiefe von etwa 100 mm gegenüber 59 mm. Das macht ihn zur wirtschaftlichsten Wahl für die meisten Räume.
Welcher Heizkörper-Typ für welchen Raum?
Die Wahl des richtigen Typs hängt von der Raumgröße, der Gebäudedämmung und dem gewünschten Komfort ab. Als Faustregel gilt: Je schlechter die Dämmung und je größer der Raum, desto leistungsstärker muss der Heizkörper sein.
Empfehlungen nach Raumtyp
- Gäste-WC (2-5 m²): Typ 10 oder Typ 11 – hier reicht eine geringe Leistung aus, da der Raum klein ist und nur kurzzeitig genutzt wird.
- Küche (8-15 m²): Typ 11 oder Typ 21 – die Küche erzeugt durch Kochen bereits Eigenwärme, sodass weniger Heizleistung nötig ist.
- Schlafzimmer (12-20 m²): Typ 21 oder Typ 22 – im Schlafzimmer ist eine moderate, gleichmäßige Wärme gewünscht.
- Wohnzimmer (20-35 m²): Typ 22 ist hier die Standardwahl. Bei großen oder schlecht gedämmten Wohnzimmern kann ein zweiter Heizkörper oder ein Typ 33 sinnvoll sein.
- Badezimmer: Für das Bad empfehlen wir spezielle Badheizkörper mit Handtuchhalter-Funktion.
Heizlast berechnen: So ermitteln Sie den richtigen Typ
Für eine grobe Berechnung der benötigten Heizleistung verwenden Sie folgende Richtwerte:
- Neubau (gut gedämmt): ca. 50-60 Watt pro m²
- Altbau (mäßig gedämmt): ca. 80-100 Watt pro m²
- Altbau (schlecht gedämmt): ca. 120-150 Watt pro m²
Beispiel: Ein Wohnzimmer mit 25 m² in einem mäßig gedämmten Altbau benötigt ca. 2.000-2.500 Watt. Das erreichen Sie mit einem Typ 22 in der Größe 600 x 1800 mm oder mit zwei kleineren Heizkörpern.
Flachheizkörper Typ 22 oder Vertikalheizkörper?
Neben dem klassischen horizontalen Flachheizkörper gibt es auch vertikale Ausführungen vom Typ 22. Der Herkules Vertikal beispielsweise nutzt dieselbe Zwei-Platten-Technik in einer schlanken, hohen Bauform. Ideal für alle, die einen leistungsstarken Heizkörper an einer schmalen Wand montieren möchten – etwa neben bodentiefen Fenstern oder in schmalen Fluren.
Die Entscheidung zwischen horizontal und vertikal hängt vor allem von der vorhandenen Wandfläche und den Anschlussleitungen ab. Beide Varianten liefern beim Typ 22 vergleichbare Heizleistungen – vorausgesetzt, die Gesamtfläche ist identisch. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber Horizontale vs. vertikale Heizkörper.
Flachheizkörper Typ 22 und die Wärmepumpe
Im Zuge der Energiewende wechseln immer mehr Haushalte auf eine Wärmepumpe. Die gute Nachricht: Der Typ 22 eignet sich dank seiner großen Heizfläche auch für den Betrieb mit einer Wärmepumpe. Allerdings muss der Heizkörper bei niedrigeren Vorlauftemperaturen (35-45 Grad statt 55-75 Grad) entsprechend größer dimensioniert werden. Planen Sie bei einer Vorlauftemperatur von 45/35 Grad etwa 50 Prozent mehr Heizfläche ein als bei konventioneller Berechnung. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Heizkörper für Wärmepumpe.
Für wen eignet sich der Typ 22?
Der Flachheizkörper Typ 22 ist die richtige Wahl, wenn Sie:
- eine hohe Heizleistung bei kompakten Abmessungen benötigen
- einen alten Heizkörper ersetzen und die vorhandenen Anschlüsse nutzen möchten
- Wert auf ein modernes, pflegeleichtes Design legen
- Räume zwischen 15 und 30 Quadratmetern beheizen wollen
- eine zukunftssichere Lösung für den Betrieb mit Wärmepumpe suchen
Für sehr kleine Räume wie Gäste-WCs kann ein Typ 11 ausreichen. Bei großen, schlecht gedämmten Räumen empfiehlt sich unter Umständen ein Typ 33 oder ein zusätzliches Modell.
Pflege und Reinigung des Flachheizkörpers
Ein großer Vorteil des Planheizkörpers Typ 22 gegenüber alten Rippenheizkörpern ist die einfache Reinigung. Die glatte Front lässt sich mit einem feuchten Tuch abwischen. Für die Zwischenräume der Konvektionsbleche empfiehlt sich eine schmale Heizkörperbürste oder ein Staubsauger mit Fugendüse. Reinigen Sie Ihren Heizkörper idealerweise vor und nach der Heizperiode, um Staubablagerungen zu minimieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist besser: Typ 21 oder Typ 22?
Der Typ 22 liefert bei gleicher Baugröße rund 30 Prozent mehr Heizleistung als der Typ 21 bei nur geringfügig größerer Bautiefe (ca. 100 mm vs. 77 mm). Für die meisten Wohnräume ist der Typ 22 die bessere Wahl, da er mehr Leistungsreserve bietet.
Kann ich einen Typ 22 gegen einen Typ 11 austauschen?
Ja, der Austausch ist in der Regel problemlos möglich, da die Anschlüsse identisch sind. Der Typ 22 baut lediglich tiefer (ca. 100 mm statt 59 mm). Stellen Sie sicher, dass genügend Platz zwischen Wand und Verkleidung vorhanden ist.
Welcher Typ ist am leisesten?
Der Typ 20 ist am leisesten, da er ohne Konvektionsbleche arbeitet und reine Strahlungswärme abgibt. Der Typ 22 kann bei schnellem Aufheizen leise Strömungsgeräusche erzeugen, die im Normalbetrieb jedoch kaum wahrnehmbar sind.
Eignet sich der Typ 22 für eine Wärmepumpe?
Ja, der Typ 22 ist dank seiner großen Heizfläche gut für den Niedertemperaturbetrieb geeignet. Planen Sie die Heizkörper jedoch ausreichend groß, da bei niedrigen Vorlauftemperaturen weniger Wärme abgegeben wird.
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